Reduzierung der Arbeitszeit

Technologische Arbeitslosigkeit ist die Befreiung von Arbeit, welche der Entwicklung neuer Technologien in den Bereichen der maschinellen Automatisierung und Digitalisierung zugrunde liegt. Die Arbeit, welche vorher Menschen gemacht haben, wird bei der Automatisierung durch Maschinen ersetzt. Arbeitslosigkeit ist darum unvermeidbar, denn die Rolle der Menschen in der Produktion nimmt hierbei Schritt für Schritt die selbe Entwicklung ein, wie die Rolle des Pferdes in der Agrarwirtschaft. Zunächst findet eine Reduzierung statt, anschließend eine Eliminierung bis zu dem Punkt an dem nur noch ein Bruchteil an notwendiger Arbeit von Menschen gemacht werden muss.

 

Um eine realistische Prognose für die Zukunft zu erhalten, lohnt sich ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Die notwendige Produktion zum Erhalt einer Gesellschaft lässt sich in folgende drei Kategorien unterbringen: Agrarwirtschaft, Warenproduktion und Dienstleistungen. In der Geschichte unserer gesellschaftlichen Entwicklung folgen alle Gesellschaften einer Richtung in welcher der Fokus der Arbeit zunächst auf Agrarwirtschaft, anschließend auf Warenproduktion und letztlich auf Dienstleistungserbringung liegt.Anhand des Beispiels der USA, einem technologisch mit Europa vergleichbarem Land ist der Trend statistisch ersichtlich. Im Jahr 1860 haben ca. 60% der Menschen in der Agrarwirtschaft gearbeitet, während es heute weniger als 1% sind. Im Jahr 1950 nach der industriellen Revolution haben noch 33% in der Warenproduktion gearbeitet, während es heute nur noch weniger als 8% sind. Das bedeutet dass in zwei der drei existierenden Ebenen, also der Agrarwirtschaft und der Warenproduktion nur noch ca. 9% tätig sind und sich die restlichen Arbeitsmöglichkeiten auf die Ebene der Dienstleistungserbringung verlagert haben. Heute arbeiten in den USA 82% der Menschen im Dienstleistungssektor. Aufgrund weiterer technologischer Errungenschaften wie Roboter und Automaten, fällt aber auch in diesem letzten Sektor die Notwendigkeit an menschlicher Arbeiter immer weiter weg. Beim letzten der drei Sektoren, dem Dienstleistungssektor, ist die Möglichkeit der Umverlagerung der Arbeitsplätze auf einen anderen Sektor nicht mehr gegeben. Der selbe Prozess findet heute auch in Deutschland statt und stellt unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vor neue Herausforderungen, da dieses es nicht geschafft hat mit diesem Trend Schritt zu halten.

 

Es wird genug für alle produziert, jedoch entsteht ein Problem bei der Verteilung der Ertrages durch die Produktion. Das Einkommen durch die Produktion verlagert sich mehr und mehr von den Lohnarbeitern zu wenigen Milliardären, welche immer weniger Angestellte benötigen und bezahlen müssen um ihre Umsätze zu generieren. Aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit durch die Automatisierung wird die Einkommensperspektive der einfachen Haushalte reduziert und auf die Haushalte der Aktionäre und Unternehmensführung verlagert. Dadurch verlieren die unteren 80% der Haushalte immer mehr an wirtschaftlicher Relevanz und eine Verelendung wird im jetzigen System konstant wahrscheinlicher, denn immer mehr Menschen kämpfen um immer weniger Jobs, was aufgrund des marktwirtschaftlichen Prinzips von Angebot und Nachfrage zu starken Lohnsenkungen führt.

 

Dies schafft ein komplett neues Sozialproblem für die Wirtschaft, weil dem Großteil der Haushalte immer mehr Kapital entzogen wird und die Gehälter aufgrund von marktwirtschaftlichem Angebot und Nachfrage weiter sinken. Dieses scheinbare Problem der Arbeitslosigkeit aufgrund von Automatisierung ist aber nur ein Systemproblem, denn schließlich reduziert sich die Produktivität durch die Ersetzung von Arbeit durch Maschinen nicht, sondern erhöht sich sogar. Arbeitsbefreiung ist ein erwünschtes Ziel, solange die Erwerbslosigkeit nicht mit einher geht.

 

Reduzierung der maximalen täglichen Arbeitszeit

In einem Wirtschaftssystem der Marktwirtschaft, in dem Unternehmen ihre Produktionskosten senken um ihren Profit zu maximieren, ist es unvermeidlich, dass die Automatisierung dafür sorgt, dass mehr und mehr Arbeitsplätze obsolet werden. Darum muss ein Gesellschaftssystem entwickelt werden, in dem der Staat in diesen unvermeidbaren Trend der Massenarbeitslosigkeit eingreift, in dem gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ziel sollte es nicht mehr sein künstlich mehr Stellen (zB durch Wirtschaftswachstum oder Beamtenzuwächse) zu generieren, sondern die existierenden Stellen auf mehr Lohnarbeiter aufzuteilen.

  • Dies geschieht, in dem das Arbeitszeitgesetz angepasst wird und die gesetzlich erlaubte maximale wöchentliche Arbeitszeit reduziert wird. (Aktuell ist die tägliche Arbeitszeit auf maximal 10 Stunden und die wöchentliche Arbeitszeit auf maximal 48 Stunden gesetzlich festgelegt).

Passt man diese Werte an die technologischen Errungenschaften der Produktivität aufgrund von Automatisierung an, ließe sich das Problem der Arbeitslosigkeit durch größere Arbeitsteilung lösen, ohne dass Einbußen im Einkommensniveau gemacht werden müssten, weil das erhöhte Angebot an Arbeitsplätzen die Löhne erhöht, denn die Arbeitgeber werden aufgrund von einer höher notwendigen Nachfrage an Lohnarbeitern bei gleichbleibender Arbeiterzahl dazu gezwungen um Arbeitnehmer zu werben. Hierdurch verbessern sich die Arbeitsbedingungen und Löhne signifikant.

 

Alles was notwendig ist um die zukünftigen Errungenschaften in der Automatisierung weiter anzupassen, ist dann ebenfalls erneut die Maximalarbeitszeit entsprechend anzupassen. So wird das Volk Schritt für Schritt immer weiter von Arbeit befreit und kann die Vorteile der Automatisierung erfahren.