Reformierung des Geldsystems

 

"Die reichsten 10% besitzen 60% des Vermögens, die unteren 50% besitzen 2,5% des Vermögens" - Deutsche Bundesbank,2016


Das Wirtschaftssystem der Geldkontrolle durch Geschäfts- und Zentralbanken ist aufgrund seiner automatisierten Reichtumsumverteilung und der Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum gesellschaftlich und ökologisch extrem destruktiv und führt zwangsweise zur Plutonomie. In Deutschland ist genug Produktivität vorhanden und nur die Existenz von Milliardären führt zu den heutigen sozialen Problemen. Obgleich das bisherige kapitalistische System aufgrund des Antriebsmotors Schuldgeld (Banken erschaffen Geld gegen Zins aus dem Nichts) effektiv war um Wachstum zu schaffen, ist die Notwendigkeit für einen schnellstmöglichen Übergang in ein nachhaltiges System aufgrund der existierenden gesellschaftlichen und ökologischen Schäden offensichtlich.

 

Heute haben wir in Deutschland ein Level an Produktivität erreicht, um das gesamte Volk mehr als ausreichend zu versorgen und brauchen in einem an diese Situation angepassten System kein weiteres Wachstum mehr. Das Übergangsziel bedeutet also, das Wirtschaftssystem so umstellen, dass der reduzierte Produktivitätszuwachs der ‚Post-Wachstums-Ökonomie‘ letztlich auch alle gleichermaßen erreicht. Dies ist der erste Schritt in ein nachhaltiges sozioökonomisches System.

 

"Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen." - Buckminster Fuller

 

Wichtig ist es hierbei zu begreifen, dass mehr Sozialstaat zur Reduzierung der Gesamtproduktivität führt und mehr freie Marktwirtschaft zur Erhöhung der Reichtumsungleichheit. Es ist also Aufgabe des Staates das notwendige Mittelmaß zu finden. Es müssen Reformpakete für Finanzwirtschaft und den Bankensektor verabschiedet werden, um das Kapital der Finanzwirtschaft wieder in die Hände der Realwirtschaft zurück zu führen, die Kontrolle über die Geldschöpfung in die Hände des Volkes anstelle privater Banker zu geben und die Ursachen der Notwendigkeit von grenzenlosem Wirtschaftswachstum zu negieren.

 

Regulierung und Besteuerung der Finanzmärkte - Soziale Marktwirtschaft statt liberale Finanzblasen

 

Da auch der niedrige Zins der letzten Jahre aus gesamtvolkswirtschaftlicher Perspektive nicht dazu geführt hat, dass der Konsum signifikant ansteigt, sondern mit dem überschüssigen Geld der Großkapitalbesitzer stattdessen die Finanzspekulationszentren (Aktienbörsen, Wertpapier-/ Renditenmärkte, Devisenmärkte und Finanzderivate) beflügelt wurden, weil die Rendite auf den Giralkonten zu gering wurde, blieb weiterhin eine enorme Menge Kapital dem Kreislauf der Realwirtschaft entzogen. Selbst das massive 'Quantitative Easing' - also die künstliche Inflationserzeugung - der EZB konnte dem nicht entgegen wirken.

 

"83% aller Aktien der Welt sind im Besitz von 1% der Bevölkerung" - Peter Joseph

 

Die Möglichkeit von Kapitalbesitzern das Geld auf Wertpapier-/ Renditenmärkten, Devisenmärkten und Finanzderivatmärkten für sich arbeiten zu lassen muss negiert werden um das Geld zurück in die Realwirtschaft zu führen. Die Aktienmärkte müssen geschlossen werden und durch Crowdfunking Projekte ersetzt. Die Existenz von Aktiengesellschaften führt nur zu einem überzogenen betrieblichen Druck auf Umsatzmaximierung um jeden Preis. Realpolitik heißt zu erkennen, dass Geld nicht arbeiten kann und das einzige was zu einer Steigerung der Lebensqualität dient, ist die reale Produktion sowie Investition und nicht der spekulative Finanzhandel welcher nur scheinbar die Investitionsmöglichkeiten erhöht. Jeder der Geld für sich arbeiten lässt bestiehlt unvermeidbar durch das Umverteilungssystem andere, während diese die reale Arbeit durchführen.

 

Während die Finanzhändler das doppelt bis hundertfache der Lohnarbeiter der Realwirtschaft erhalten - obwohl diese nur Geld bewegen ohne etwas zu produzieren - entziehen diese zusätzlich der Realwirtschaft enorme Summen an Kapital, was zu wirtschaftlichen Krisen führt. Dieses überschüssige Kapital kann anstelle von Spekulationen für Investitionen in Infrastruktur und Gesellschaft genutzt werden um die Lebensqualität des gesamten Volkes zu erhöhen. Darum müssen die Finanzspekulationen der Großkapitalbesitzer in der Finanzwirtschaft, welche der Realwirtschaft Kapital entziehen unterbunden werden.

 

Letztlich wird so viel Kapital frei, weil dies nicht mehr bei den Großkapitalbesitzern gehortet wird, so dass die wöchentliche Arbeitszeit ohne eines Verlustes an Reichtum signifikant gesenkt werden kann und der Staat Kapitalzuschüsse erhält um die technologische Automatisierung und Digitalisierung voran zu treiben, was die notwendige Arbeitszeit weiter senkt.

 

Einführung des freien Wettbewerbs der Währungen statt zentralisierten Zentralbankgeld

 

Wie im Artikel über das Geldsystem erklärt erschaffen Banken durch Kreditvergabe Geld aus dem Nichts und erhalten für die Verleihung dessen einen Mietzins, welcher zu einer automatisierten Umverteilung des Geldes führt. Dieses Geld wird allgemein als 'fiat money' bezeichnet.

 

Dieses in Europa als 'Euro' bezeichnete und höchst destruktive fiat Geldsystem wird ermöglicht in dem der Staat dieses als einzig juristisch legitimes Zahlungsmittel deklariert. Würde der Euro nicht durch den Staat und dessen Steuergeld immer wieder teuer "gerettet" werden, wäre dieser schon seit langem für beendet erklärt und andere Währungen hätten sich auf dem Markt durchgesetzt.

 

Um eine Wirtschaft nicht zu unterdrücken ist es darum notwendig den freien Wettbewerb der Währungen zu gewährleisten, denn langfristig wird sich hierdurch die beste Währung durchsetzen. Der Staat hat dann die Aufgabe das Produktivitätsergebnis durch Besteuerung so zu verteilen, dass keine unerechte Reichtumsungleichheit existiert (Sozialstaat) und trotzdem die Motivation zur Produktivitätserzeugung (Freier Markt) bestehen bleibt.