Reichtumsungleichheit


"In einer Plutonomie existiert kein 'US-Amerikanischer Konsument', oder 'Britischer Konsument' oder auch 'Russischer Konsument'. Es existieren nur 'Reiche Konsumenten' gering in ihrer Zahl aber mit einem unverhältnismäßig hohem Anteil am Gesamt- Einkommen/Konsum und 'Nicht-Reiche Konsumenten' in sehr hoher Zahl, mit einem geringen Anteil. - Citigroup, 16. Oktober 2005

Eine Plutonomie ist eine Gesellschaft von erheblicher Reichtumsungleichheit in welcher der Großteil der Haushalte keine wirtschaftlich nennenswerte Rolle mehr spielt, weil deren Anteil am Gesamtkapital zu gering ist. Wir leben heute in einer Welt mit immer höher ansteigender Reichtumsungleichheit. Während global die oberen 1% über 50% des Reichtums des Planeten besitzen (die reichsten 300 haben so viel Reichtum wie die ärmsten 3 Milliarden) muss der größte Teil der Menschen in Armut leben. Armut betrifft aber nicht nur die Entwicklungs- und Bürgerkriegsländer, sondern auch die angeblich so reichen Industrienationen.

  • "8 Männer besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung" - Oxfam.de 16.Januar 2017
  • "the top 1% of households account for 40% of financial net worth, more than the bottom 95% of households put together." - Citigroup

Die größte Plutonomie existiert in den Vereinigten Staaten von Amerika, jedoch ist die Plutonomie der Bundesrepublik Deutschland kaum geringer.

In den Vereinigten Staaten von Amerika haben 2007 die Geschäftsführer der 365 größten US Firmen mehr als das das fünfhundertfache des normalen Arbeiters erhalten. In vielen dieser Firmen erhält der Geschäftsführer mehr Geld am Tag, als der durchschnittliche Angestellte im Jahr. Eine Studie welche vom kanadischen Zentrum für politische Alternative durchgeführt wurde ergab, dass die am besten verdienensten Geschäftsführer das Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Lohnarbeiters in 3 Stunden übersteigen. Die Wall-Mart Familie, die Waltons hatten 2009 einen gemeinsamen Reichtum in Höhe von $90 Milliarden. Der gesamte Reichtum der unteren 40% der Menschen in USA ist $95 Milliarden. In 2015 konnten die Waltons ihren Reichtum auf $148 Milliarden erhöhen. Die bestbezahltesten Berufe auf der Welt befinden sich im Geldhandel und Investition. Berufe, welche keinerlei gesellschaftlichen Wert haben, da sie nichts produzieren, sondern nur Geld hin und her schieben. Die oberen 0,1% erhalten ca. 50% aller Aktienerträge der Welt. Diese Aktienerträge stellen im Schnitt 60% des Einkommens der 400 reichsten. In 2005 war das Gehalt der Top 26 Hedgefondsmanager (aka Casino Glücksspieler) $363 Millionen durchschnittlich pro Person, während der duchschnittliche Arzt $150 Tausend verdiente und Forscher zur Bekämpfung von Krankheiten im Schnitt $68 Tausend. Heute ist die Erwerbsungleichheit noch wesentlich schlimmer geworden. Dies führt zu einer Verarmung der Mittel- und Unterschicht, während sich immer mehr Geld bei den oberen 20% ansammelt, denn 83% aller US-Amerikanischen Aktienpapiere sind im Besitz von 1% der Bevölkerung. Die top CEO's im Finanzsektor erhalten innerhalb von 3 Stunden den Jahreserwerb eines durchschnittlichen Arbeiters. Offiziell sind 45 Millionen (15%) der Amerikaner in Armut - als solch einer gilt jemand mit unter $12.000 Jahreseinkommen. Berechnet man aber die Lebenshaltungskosten, so zeigt sich schnell dass diese Zahl weit untertrieben ist. Die Lebenskosten enthalten durchschnittlich: Miete $12.252, Bedarfsmaterial $1368, Nahrung pro Person $1.752, KFZ Kosten $5.916, Gesundheitswesen $4.716. Das ergibt $26,004 Kosten jährlich um den minimalen Bedarf zum Überleben zu decken.

Diese Rechnung ergibt eine realistische Bewertung von Armut im Bezug zum durchschnittlichen Lebensstandard. Heute erhalten 51% der US-Amerikaner weniger als $30.000 jährlich. Ungefähr 145 Millionen (45%) US-Amerikaner sind aktuell in Armut. Ungefähr 70% der US-Amerikaner besitzen keine $1000 Ersparnisse, ca. 15 Millionen Amerikaner überleben durch Essensmarken. Allein in Los Angeles gibt es über 8000 Obdachlose und New York City ist eine Stadt mit sogar über 60.000 Obdachlosen. Die oberen 10% besitzen 76% ($51 Trillionen) des gesamten Reichtums der USA. Wäre dieser Reichtum gleich verteilt, würde das $160.000 für jeden US-Amerikaner bedeuten. Das Einkommen der oberen 1% ist durchschnittlich $380.354 jährlich. Das jährliche Einkommen der oberen 10% ist $113.799 während 62% der erwachsenen Bevölkerung in den USA weniger als $1000 angespart haben.


Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika weltweiter Spitzenreiter im Ausbau der Plutonomie sind, bleibt die Bundesrepublik Deutschland leider nicht sehr weit zurück. In keinem anderen Land der Eurozone ist das Geld so ungleich verteilt, wie in der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt in der Bundesrepublik 123 Milliardäre, 400.000 Millionäre und eine damit zusammenhängende Volksverschuldung in Höhe von 2,2 Billionen Euro für die über Steuern jährlich viele Milliarden Euro an Zinsen aufgebracht werden müssen. Reichtum und Verschuldung hängen unmittelbar miteinander zusammen, weil im aktuellen Schuldgeld-System das Geld durch Schulden entsteht und somit die Geldmenge immer genauso hoch ist wie die Schuldenmenge. Laut einer Meldung der Deutschen Bundesbank hatten im Jahr 2016 die reichsten 10% ca. 60% des Vermögens, während die unteren 50% nur 2,5% des Vermögens besitzen. In der BRD besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Bundesbürger. Obwohl dank technologischem Fortschritt mit immer weniger Arbeit immer mehr produziert wird (die Produktivität je Erwerbstätigenstunde zwischen 1991 und 2011 ist um 35 % angestiegen) reduzieren sich die Arbeitszeiten der Lohnarbeiter in keinster Weise. Deutschland hat die drittmeisten Milliardäre der Welt und genau bei denen sammelt sich das deutsche Kapital während der Rest auf der Strecke bleibt.

  • 40% der Deutschen verdienen weniger als €1300 Netto/Monat
  • Die Zahl der Menschen ohne Wohnung in der BRD ist von 2013 auf 2015 um 18% auf 335.000 angestiegen.
  • 13 Millionen Deutsche haben keine Stelle bei der mehr als Hartz4 bei herum kommt.
  • In Deutschland leben mehr als 2,4 Millionen (19,4% der unter 18 Jährigen) Kinder in Einkommensarmut.
  • 40% der Deutschen müssen sich ab 2030 auf Altersarmut (weniger als €855/Monat) einstellen.
  • 540.000 Seniorenwohnungen fehlen laut Rheinzeitung allein in NRW.

Ein Wirtschaftssystem welches Profiteure hat, hat folglich auch Unterstützer. Während der Begriff Plutokratie ein geläufiger sein sollte (im US Wahlkampf im November 2014 wurden $3,7 Milliarden investiert und der US Senat hat ein Durchschnittsvermögen von $300mio), ist der Begriff Plutonomie ein noch relativ unbekannter. Während der Begriff Plutokratie sich auf die politischen Verhältnisse bezieht - der SPD Bundestagswahlkampf 2005 hat 15 Millionen Euro gekostet, was manche Milliardäre mit der Portokasse finanzieren könnten - beschreibt der Begriff Plutonomie die wirtschaftliche Seite. Erstmals in Erscheinung getreten ist dieser nicht wie man zunächst vermuten würde bei den Gegnern der Milliardäre, sondern bei einem ihrer größten Unterstützter, der CitiGroup. Diese hatte ein Schreiben an ihre großkapitalistischen Kunden verfasst, mit dem Ziel diesen die Sorge vor einer Angleichung der Reichtumsverhältnisse zu nehmen.

 

Die Citigroup bezeichnet dieses System der extremen Reichtumsungleichheit als Plutonomie und benennt sogar verblüffend ehrlich ihre Schlüsselfaktoren. Die Texte, welche von der Citigroup über die Plutonomie verfasst wurden, sind zwar kein Beleg für eine Verschwörung der Elite gegen die restlichen 90%, aber mindestens eine offizielle Anerkennung der extremen Reichtumsungleichheit in den Industrieländern und belegt zudem offensichtlich das Interesse der Profiteure dieses Systems diesen Zustand beizubehalten. Der Satz "This is simply a case of mathematics, not morality" der Citigroup sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Wie im Schreiben der Citigroup bereits geschrieben, ist die Globalisierung einer der profitabelsten Mechanismen für den Kapitalisten. Der internationale freie Markt mit gar keiner oder nur geringer staatlicher Regulierung, schafft aufgrund höherem Angebots an Arbeitskräften Lohndumping aufgrund von Wettbewerb um Jobs und im Rahmen des internationalen kapitalistischen Wettbewerbs Erpressungsmöglichkeiten für die Großkonzerne zur Vermeidung von gerechter Besteuerung. Der Unterstützer der Plutonomie, versucht also durch eine globalistische Verhaltensweise, beispielsweise durch seinen Machteinfluss auf die Massenmedien einen internationalen freien Markt zu fördern und nationales Denken, welches die Durchsetzung von Zöllen, Besteuerung sowie Schutz vor Privatisierungen ermöglicht zu zerstören. Die vom Großkapitalisten finanzierten Medien stellen hierbei für den Globalisten eine mächtige Waffe zur Förderung antinationalen, also globalistischen Gedankengutes. Weil sich das Kapital welches für den Wirtschaftskreislauf wichtig ist, bei den normalen Konsumenten reduziert und bei den finanziell besser gestellten ansammelt, wird dem Wirtschaftskreislauf Geld in Richtung der Finanzmärkte entzogen während mehr als 80% der Haushalte der Bevölkerung immer mehr an Relevanz für die Wirtschaft verlieren. Dies hat auch die Citigroup erkannt und 2005 in einem überraschend ehrlichen Schreiben an ihre Kunden konkretisiert:

 

“In a Plutonomy there’s no such animal as ‘the US consumer’ or ‘the UK consumer’ or, indeed, ‘the Russian consumer’. There are rich consumers, few in number, but disportionate in the gigantic slice of income and consumption they take. There are the rest, the ‘non-rich’, the multitudinous many but only accounting for surprisingly small bites of the national pie. “This is why, for example we worry less about the impact of high oil prices on aggregate consumption. Clearly high oil prices are a burden for most parts of our communities. However, without making any moral judgment income inequality, being what it is just makes this group less relevant to the aggregate data. The conclusion? We should worry less about the average consumer say the 50th percentile, what they’re doing when that consumer is (we think) less relevant to the aggregate data than how the wealthy feel and what they are doing. This is simply a case of mathematics, not morality.” - Citigroup (2005)

 

Gleichzeitig haben drei Milliarden Menschen in der Welt täglich weniger als $2 zur Verfügung, eine von vier Personen lebt heute noch so wie die Menschheit vor 6000 Jahren gelebt hat und die halbe Menschheit führt heute noch täglich Feldarbeit aus - 3/4 von ihnen mit der Hand.

Gründe für die ansteigende Reichtumsungleichheit

Die Mechanismen der Sozialen Ungleichheit lassen sich kausal auf die Finanzwirtschaft und das Geldsystem zurückführen. 

Finanzwirtschaft

Das Hauptproblem der Finanzwirtschaft ist, dass diese zu viel Geld in den Finanzsektor verlagert, denn auf den Finanzmärkten wird nichts reales produziert, sondern lediglich profitorientiert investiert. Während die Finanzwirtschaft früher oft noch im direkten Zusammenhang mit der Realwirtschaft, also der Produktions- und Verkaufssituation stand und die Aufgabe hatte Liquidität für Erfindungen und Investitionen zu Verfügung zu stellen, hat die zunehmende Kreativität bei der Ausnutzung der Kapitalmacht im Kapitalismus dazu geführt, dass sich die Finanzwirtschaft in Wertpapier-/ Renditenmärkten, Devisenmärkten und Finanzderivatmärkten verrannt hat und dort Investment- und Spekulationsblasen bildet, welche kaum noch etwas mit der Realwirtschaft zu tun haben, außer dass sie dieser Kapital entzieht. Hierbei bilden sich oft Spekulationsblasen in solcher Höher, dass sie zu einer Krise wie 2008 führen können, welche auch dramatische Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat, weil ihr schlicht das Geld fehlt. Auch darum hat die Krise von 2008 die Masse ärmer und die Reichen reicher werden lassen. 

 

Der Finanzsektor ist hierbei wie ein Vampir, der das Blut von der Realwirtschaft absaugt und die Realwirtschaft muss mehr und mehr der Ressourcen des Planeten konsumieren um zu wachsen, so dass diese nicht an Kapitalmangel stirbt - darum steigt die Reichtumsungleichheit und die Notwendigkeit für Wirtschaftswachstum. Aber auch bevor einer solchen Krise sind die schleichenden Schäden, welche diese Umverteilung des Reichtums verursacht dramatisch. Das heutige wirtschaftliche Problem ist nicht ein Mangel an Geld im Umlauf, das Problem ist, dass die Großkapitalbesitzer zu viel Geld in die Finanzmärkte pumpen welches dabei der Realwirtschaft entzogen wird.

 

Aufgrund dieser Umverlagerung des Kapitals von Realwirtschaft zu Finanzmärkten erklärt sich unter anderem, dass Investmentbanker, Aktienanalysten, Hedgefondsmanager oder Finanzberater zu den bestbezahltesten Berufen der Welt gehören und diese mehr als das 100fache pro Stunde erhalten, als durchschnittliche Arbeiter wie Krankenschwestern, Bauern, Altenpfleger, Bäcker, Metzger oder Straßenbauer aus der Realwirtschaft. Die Arbeit der Finanzwirtschaft hat keinen realen gesellschaftlichen Mehrwert sondern dient nur der profitreichen Verschiebung von Kapital. Die Verlagerung des Geldes zum Finanzsektor reduziert zudem die Steuereinnahmen, weil die Finanzwirtschaft wesentlich weniger stark besteuert wird als die Realwirtschaft und führt folglich zu einer Verschlechterung des Staatshaushaltes. Aktienerträge für die Großkapitalbesitzer ist eine der größten Ursachen für ungleiche Reichtumsverteilung - die oberen 0,1% erhalten 50% aller Aktienerträge der Welt, Aktienerträge stellen im Schnitt 60% des Einkommens der 400 reichsten Menschen auf der Welt. Der Aktienmarkt in seiner Gesamtheit ist eine Institution der Großkapitalisten um ihren Reichtum ohne Arbeit zu vergrößern. Die Welt produziert Güter im Wert von ca. $55 Trillionen während die Finanzmärkte mit $600 Trillionen im Umlauf spekulieren (Stand 2010). Würde dieses Kapital der Finanzwirtschaft, welche nur als Umverteilungsmechanismus einer kleinen Elite dient, nun einmal dem Finanzsektor entnommen werden und für die Produktion in der Realwirtschaft, Bildung, Infrastruktur, Technologische Entwicklung und das Sozialsystem eingesetzt werden, könnten Projekte finanziert werden, welche die Lebensqualität der Gesamtbevölkerung signifikant erhöhen.

 

Zusätzlich erhöht das von der Europäischen Zentralbank veranlasste 'Quantitative Easing' (QE) zusätzlich die Reichtumsungleichheit, denn wenn die Wirtschaft vor der Gefahr durch enormer Instabilität steht und die Senkung der Zinsraten durch die Zentralbank keinen Erfolg hatte, werden enorme Summen Fiat-Geld (Euro) durch die Zentralbank in die Wirtschaft gepumpt. Dies sorgt für vorübergehende Stabilität, hat aber den Effekt dass die Großkapitalisten sich enorm über die Aktienmärkte bereichern können, während kaum etwas von dem Geld bei den Lohnarbeitern ankommt und die Preise wie beispielsweise Mieten sich erhöhen.

 

"Quantitative Easing ist im Fundament ein Umverteilungs-Progamm, welches den Reichtum derjenigen erhöht, welche bereits im Finanzsektor arbeiten oder diejenigen welche bereits Häuser besitzen, aber kaum etwas davon erreicht den Rest der Wirtschaft. Es ist eine der Hauptursachen von Einkommens-Ungleichheit." - Ökonom Anthony Randazzo

 

Ein Bericht der Bank of England zeigt auf, dass ihr QE Programm den Wert von Aktienanleihen um 26% (ca. $970 Milliarden) erhöht hat, während hierbei 40% dieser Gewinne nur die reichsten 5% der Briten erreicht. Im Jahr 2013 hat ein früherer Angestellter der US Zentralbank ein dramatisches Eingeständnis gemacht, als dem Wall Street Journal mitteilte: "Die Zentralbank stellt QE als eine Maßnahme vor um der 'Main Street' zu helfen [..] was das Progamm aber wirklich ist: Die größte Hintertür Wall Street Rettung aller Zeiten."

Geldsystem

Im existierenden Geldsystem muss man zunächst verstehen wie 'Fractional Reserve Banking' funktioniert und was 'Fiat Money' Ist.

Fractional Reserve Banking bedeutet übersetzt soviel wie teileingelagerte Bankgeschäfte. Es heißt konkret, dass eine Bank viel mehr Geld verleihen kann, als sie wirklich besitzt und dabei nur einen kleinen Prozentanteil des verliehenen Geldes auch wirklich besitzen muss. Diesen kleinen Prozenanteil bezeichnet man als Mindestreserve. Sollte eine Bank also insolvent gehen, dann kann diese nur den kleinen als Mindestreserve bezeichnten Bruchteil an die Sparer ausbezahlen - den großen Rest der Auszahlung übernimmt dann der Staat mit Steuergeldern. So werden für den Banker die Profite privatisiert und das Risiko oftmals sozialisiert.

 

Unter 'Fiat Money' versteht man endlos vermehrbares Geld. Dieses wurde mit der Abschaffung des Goldstandards weltweit etabliert und ermöglicht es Banken das Fractional Reserve Banking System zu nutzen. Ohne dass Fiat money der Zentralbanken wären die großen Kriege des 20 Jahrhunderts nicht möglich gewesen, denn diese wurden durch Geldschöpfung aus dem Nichts finanziert und konnten nur darum gestartet und aufrecht? erhalten werden. Hätten die Bürger seit Beginn des Krieges regelmäßig eine Rechnung über die Kosten im Briefkasten, hätten diese sich sehr schnell gegen die Fortsetzung des Krieges gewendet. Das fiat-money jedoch mit seiner Geldschöpfung aus dem Nichts schafft anstelle einer Rechnung eine versteckte Inflation, welche den Bürgern nicht so leicht auffällt und die Fortsetzung von Kriegen und sonstiger Geldverschwendung sowie auch destruktiven Zentral-Währungen wie den Euro ermöglicht.

Reichtum und Verschuldung hängen unmittelbar im existierenden Geldsystem miteinander zusammen, weil das Geld durch Kredite entsteht und somit die Geldmenge immer genauso hoch ist wie die Schuldenmenge. Laut einer Meldung der Deutschen Bundesbank hatten im Jahr 2016 die reichsten 10% ca. 60% des Vermögens, während die unteren 50% nur 2,5% des Vermögens besitzen. In Deutschland besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre zusammen so viel, wie die ärmere Hälfte der Bundesbürger. In Deutschland wird dank technologischem Fortschritt mit immer weniger Arbeit immer mehr produziert - die Produktivität je Erwerbstätigenstunde zwischen 1991 und 2011 ist um 35 % angestiegen - doch die Arbeitszeiten der Lohnarbeiter reduzieren sich in keinster Weise. Deutschland hat die drittmeisten Milliardäre der Welt und genau bei denen sammelt sich das deutsche Kapital, während die restlichen 80% auf der Strecke bleiben.

Weil Geld durch Kredite erschaffen wird, würde eine Reduzierung der Staatsverschuldung auch zu einer Reduzierung der Geldmenge führen und eine komplette Entschuldung würde dazu führen, dass kein Geld mehr im Umlauf ist, jedoch noch die Zinsschulden. Nachdem dies erkannt wurde, dass Banker die Erlaubnis Geld durch Kreditvergabe zu erschaffen ausnutzen um sich und ihre Anteilseigner zu bereichern, wurde im 18 Jahrhundert ein Gesetz verabschiedet, in dem es nur dem Staat erlaubt war Geld zu erschaffen. Bei Entwicklung dieses Gesetzes, wurde jedoch nicht die technische Entwicklung der Digitalisierung vorhergesehen. Heute haben Banken mehr Macht über die Geldschöpfung denn je, denn sie müssen kein Geld drucken um dieses zu erschaffen. Banken können einfach wie beschrieben digitale Schuldverschreibungen in Form von Krediten anbieten. Die Renditen lassen sich dann im Produktpreis verstecken so dass der Konsument sich seiner Spende an den Großkapitalbesitzer bei einem jeden Kauf von Waren nicht bewusst wird.
 
"Rechnet man die Kapitalverzinsung aller Produktionsebenen zusammen, bestehen Produktionspreise, Steuern, Gebühren und Mieten zu durchschnittlich mindestens 30% aus Zinsen. Wessen Zinseinnahmen weniger als 30% seiner Lebenshaltungskosten betragen, ist somit ein Verlierer unseres Geld- und Zinssystems. Das sind 90% der Bevölkerung einer jeden Volkswirtschaft." - Hemut Creutz, Wirtschaftsanalytiker und Publizist
 
Offizielle Statistiken von Seiten der Behörden bezüglich dem Zinsanteil in den Produktpreisen gibt es nicht, jedoch haben Helmut Creutz und Bernd Senf beispielsweise kalkuliert, dass in den Trinkwasserkosten bereits ein Zinsanteil von 38% steckt und der Zinsanteil der Mietpreise sogar auf 77% kalkuliert werden kann. Helmut Creutz schätzt den durchschnittlichen Zinsanteil von Konsumgütern auf ca. 33%, was bedeutet dass allein durch den Einkauf eines jeden Haushalts, mehr als 1/3 des Kapitals in Form eines leistungslosen Einkommens an die Banken und schließlich die Kapitalbesitzer über geht.

Ein Bauer der Getreide herstellen möchte hat Personalkosten, Materialkosten fürs Saatgut und Zinskosten weil der Traktor über die Bank finanziert werden musste. Der Bauer musste also ein Darlehen aufnehmen um das Geld für den Traktor welchen er zur Produktion benötigt zu erhalten. Da der Bauer aber nicht auf diesen Zinskosten sitzen bleiben möchte, werden diese Zinskosten zu einem Teil des Verkaufspreises für das Getreide. Anschließend verkauft der Bauer sein fertiges Getreide an einen Mühlenbetrieb. Damit das Getreide zu Mehl gemahlen werden kann, muss eine Mühle über die Bank finanziert werden. Das heißt es fallen auch hier wieder Zinsen an, welche in den Verkaufspreis für das fertige Mehl mit einfließen. Dieses Mehl wird dann anschließend von einem Bäcker gekauft. Damit der Bäcker seine Brötchen backen kann, musste dieser einen Ofen über die Bank finanzieren, also ebenfalls ein Darlehen mit Zinskosten aufnehmen. Auch diese Zinskosten erhöhen schließlich den Preis für die fertige Ware. In diesem Beispiel kumulieren sich die Zinskosten im Endverkaufspreis der Brötchen also dreimal.

 

Letztlich wurde kalkuliert, dass die Zinsen die Kosten im Preis im Schnitt um 40% erhöhen. Bei einem Einkommen von €2000 monatlich ergibt das indirekte monatliche Kosten an die Zinsnehmer - also die Großkapitalbesitzer - von €800. Bei Ausgaben einer Person für ihren Lebensunterhalt von beispielsweise monatlich €2000 ist das eine jährliche Zinsumverteilung von einer Einzelperson an die Großkapitalbesitzer von €9600. Im zweiten Fall ist es die staatliche Steuer, in der Zinskosten versteckt sind welche sich aus der Staatsverschuldung ergeben, weil der Staat das gleiche Kreditsystem nutzt wie der Unternehmer, welcher sich Geld bei einer Bank leiht.

 

"Wenn ihr weiterhin die Sklaven der Banken sein wollt und für eure eigene Versklavung bezahlen wollt, dann lasst die Banken weiterhin das Geld erschaffen und die Kredite kontrollieren!" - Sir Josiah Stamp, 1880 - 1941, ua. Direktor der Bank of England

 

Um die Hintergründe dieser Problematik verstehen zu können, muss man sich mit einigen Punkten des Geldsystems auseinander setzen. Grundsätzlich gilt zu wissen, dass beim Kauf von Waren im Schnitt ca. 40% des Produktpreises Zinskosten sind, sowie beim bezahlen von Steuern Zinsleistungen für über €2 Billionen Staatsverschuldung erbracht werden müssen. Das Zinsproblem beginnt beim Bankensystem beziehungsweise dem Kreditsystem. Bei einer Kreditvergabe egal ob an Privatperson, Unternehmen oder Staat wird von einer Bank neues Geld in Form von Guthaben auf dem Konto des Kreditnehmers aus dem Nichts erschaffen. Anschließend verlangt die Bank dann neben der Tilgung des Betrages noch zusätzlich Zinsen. Der Kreditnehmer muss dann erarbeitetes Geld inklusive Zinsen für Schuldverschreibungen, welche von der Bank nur in einem Computer erschaffen wurde an die Bank zurück zahlen. Hierbei darf die Bank das Zehnfache von dem was sie wirklich an Geld hat an Kreditnehmer verleihen. Diese Zinseinnahmen der Banken erhalten anschließend die Großkapitalanleger der Bank in Form von Renditen, also die Milliardäre und Millionäre einer Volkswirtschaft.

 

Die Folge einer Kreditvergabe ist somit eine Umverteilung von Reichtum vom Kreditnehmer zum Kapitalbesitzer - und sollte einmal einer der Kreditnehmer nicht in der Lage dazu sein diese Rückzahlung zu leisten, erhält die Bank die vorher hinterlegten Sicherheiten in Form von realen Sachwerten wie Immobilien. Aufgrund der Zinskosten in Produktpreisen sowie der Staatsverschuldung betrifft diese Umverteilung nicht nur jene, welche einen Kredit aufgenommen haben, sondern alle Bürger die Produkte kaufen und Steuern bezahlen müssen.

Je höher die Staatsverschuldung, desto höher die Zinslast und desto höher ist also auch der Umverteilungsprozess von Unten nach Oben. Die Zinsen der hohen Staatsverschuldung alleine sind bereits heute nur noch mit langen Arbeitszeiten für das Volk erbringbar, obwohl sich die Arbeitszeiten aufgrund den technologischen Errungenschaften in der maschinellen Automatisierung und Digitalisierung eigentlich stark reduzieren hätten müssen. Solange die BRD als Kreditnehmer noch das Vertrauen ihrer Gläubiger hat, scheint es zunächst keinen großen Konflikt zu geben und es entsteht eine Illusion von einem funktionierenden System. Was jedoch oft übersehen wird ist, dass die steuerfinanzierten Zinszahlungen an die Inhaber von Staatsanleihen - also die Gläubiger des Staates - zu einer automatisierten Umverteilung des Reichtums führen. Jeder Bundesbürger ist mit über €26.000 verschuldet und jeder Erwerbstätige mit über €53.000. Jeder Bürger bezahlt für diese Schulden Zinsen, welche in Form von Steuern erbracht werden. Die Schulden des einen sind der Besitz des anderen und die steigende Staatsverschuldung führt somit aufgrund der Zinsumverteilung zu einem konstanten Anstieg des Reichtums der Besitzer von Staatsanleihen, also die Millionäre und Milliardäre in Deutschland und der restlichen Welt. Jeder fünfzehnte Euro aus Steuereinnahmen geht bereits an die Gläubiger des Staates - also die Großkapitalisten - und nicht an das gesamte Volk. 

 

Sowohl bei Unternehmen, welche die Zinskosten in den Produktpreis mit einfließen lassen, als auch wenn der Staat einen neuen Kredit aufnimmt ist also der Bürger der geschädigte in diesem System, da dieser letztlich für Geld welches aus dem Nichts erschaffen wurde arbeiten muss um dieses Geld inklusive Zinsen zurück zu zahlen. Das Schuldgeld-System dient also dazu die Renditen der Großkapitalisten zu erhöhen, welche durch dieses System hohe Zinseinnahmen verbuchen, ohne dafür eine Arbeitsleistung erbringen zu müssen. Die Folge dieses Kreditsystems ist eine automatisierte Umverteilung des Reichtums von den vielen Leistungsträgern der Gesellschaft zu den wenigen Kapitalbesitzern, denn die Geldvermögen des einen sind die Schulden der anderen und diese steigen jährlich. Dass die zunehmende Verschuldung - allen voran die Staatsverschuldung - die Geldmenge erhöht und somit inflationsverursachend ist, ist neben dem Zinssystem nur einer von vielen Nachteilen dieses Geldschöpfungsmonopols durch Banken. Aufgrund der Tatsache, dass Geld durch Kredite erschaffen wird und für jeden dieser Kredite Zinsen verlangt werden, ergibt sich dass es eine mathematische Unvermeidbarkeit ist, dass stets ein Geldmangel existiert, weil aufgrund des Zinses die Verschuldung stets höher sein muss als die Geldmenge.

Die Zinslast ist wie in der Grafik ersichtlich für die unteren 80% höher als die Zinserträge, während diese also Verlust machen, machen die oberen 20% unterm Strich hohen Gewinn ohne dafür arbeiten zu müssen. Die Grafik zeigt auch, dass die wirtschaftlich schwächeren in der Ertrags- Belastungsrelation am stärksten getroffen werden. Dies macht deutlich wie die automatisierte Umverteilung des Reichtums auf Basis des Zinssystems funktioniert. Nicht berücksichtig in der Grafik ist die Tatsache dass viele Haushalte der Unterschicht verschuldet sind und somit anstelle eines Zinsertrages sogar noch zusätzliche Zinsleistungen zur Rückzahlung von Krediten aufbringen müssen sowie die Tatsache dass Großkapitalbesitzer bessere Zinssätze erhalten als kleinere Kapitalbesitzer.

 

"Die Freude über die Zinserträge aus Geldanlagen (die ihnen in die eine Tasche fließen) würde für die meisten Geldanleger sehr schnell getrübt, wenn sie sich der unsichtbaren und größeren Zinslasten bewußt würden, die ihnen mit jedem Kauf von Konsumgütern wieder herausfließen." - Bernd Senf

 

Weil die jährlich neu zufließenden Zinserträge wieder neu in das Zinssystem eingebracht (thesauriert) werden erhöht sich auch der im Preis versteckte Zinsertrag für die oberen 80% jährlich. Rechnet man nun noch die steuerfinanzierten Zinsrückzahlungen aufgrund von Staatsverschuldung mit ein, bedeutet das, dass ein Arbeiter über die Hälfte seiner Arbeitszeit für Zinsleistungen an Kreditgeber arbeitet, selbst wenn er nie einen Kredit aufgenommen hat. Um die wachsenden zinssystembedingten Kapitalzuflüsse an die Kapitalbesitzer aufrecht erhalten zu können ist es für das arbeitende Volk notwendig jedes Jahr mehr Wirtschaftswachstum zu generieren.

 

Doch warum gibt es eigentlich Staatsverschuldung wenn sie doch so schädlich ist?

 

Mit staatlichen Kreditaufnahmen lassen sich langfristig Investitionen finanzieren, mit dem Ziel diese Kosten auf die nachfolgende Generation, welche ebenfalls von dieses Investitionen profitieren wird zu verteilen und somit dazu verpflichtet die Rückzahlung dieser Verschuldung einschließlich Zinsen an die Kapitalgeber, also die Käufer der Bundesschatzbriefe, zu leisten. Wenn die nachfolgende Generation jedoch nicht in der Lage dazu ist die hohen Summen der Verschuldung inklusive Zinsen abzuleisten, wäre die logische Folgerung eine Reduzierung der Staatsausgaben, bis der Staatshaushalt wieder ausgeglichener ist und der Staat nicht mehr über seine Verhältnisse wirtschaftet. Eine solche Sparpolitik führt jedoch zu ungewollten politischen Konflikten und wirtschaftlichen Krisen, welche die Wiederwahl gefährden können. Aus diesem Grund entschließen Politiker sich oftmals dazu anstelle die Ausgaben dem Staatshaushalt anzupassen, das Problem vor sich her zu schieben und neue Kredite aufzunehmen, mit denen die alten Kredite bezahlt werden können. Dies führt dazu, dass sich die Staatsverschuldung des Landes zunehmend erhöht. Besonders am Fall Griechenland wurde das deutlich, da der Euro es der griechischen Regierung erlaubt hat wesentlich mehr zu miswirtschaften und dies durch Erhöhung der Verschuldung auzugleichen. Das heißt dass es häufig vorkommt dass der Staat für die Zahlung der Zinsen wieder neue Schulden bei den Gläubigern aufnehmen muss, was die Verschuldung wieder weiter erhöht und somit auch die Zinsausgaben des Staates. Der Staat ist somit in einer Verschuldungsspirale gefangen aus der er keinen Ausweg mehr findet. Als Antwort auf dieses Dilemma erscheint der Regierung dieser Verschuldung mit mehr Wirtschaftswachstum entgegen zu wirken um die Steuereinnahmen zu erhöhen. Reicht dies nicht aus bleibt nur die Neuverschuldung. Dies ist jedoch nicht auf ewig möglich weil die steigende Verschuldung die Kreditwürdigkeit reduziert bis letztlich zu dem Punkt an dem keiner dem Staat mehr Geld leiht und dieser dann letztlich pleite ist. Nur ein geringer Anstieg des Marktzinses würde diesen unaufhaltsamen Prozess stark beschleunigen. Bereits eine Erhöhung um 1% würde die Zinskosten um €20 Milliarden erhöhen. Es ist also nicht schwer zu erkennen dass die Staatspleite langfristig unvermeidbar ist, selbst wenn das Volk es jedes Jahr aufs Neue schafft produktiver zu sein als im Vorjahr denn letztlich hat ein Tag nur 24 Stunden.

 

"Over the 30 years since August 1983, bank deposits have grown from £158bn to £2,069bn, a thirteen-fold increase. Therefore, loan creation by banks over that period has been taking place at a considerably greater rate than loan repayments." - Buch: Positive Money, Banking-Finance-Inequality

 

Da diese Großkapitalisten gar nicht in der Lage dazu sind die hohen Einnahmen für den eigenen Konsum auszugeben sammelt sich dieses Geld zunehmend in der Finanzwirtschaft und es bilden sich Spekulationsblasen welche zu Wirtschaftskrisen führen. Hierbei steht der Sektor der Realwirtschaft, dem Sektor der Finanzwirtschaft gegenüber. Aufgrund der Tatsache, dass durch Zinssystem und Finanzmärkte der Realwirtschaft immer mehr Geld entzogen wird, muss diese um nicht aufgrund von Geldknappheit in eine Wirtschaftskrise zu geraten durch Wachstum mehr Liquidität erzielen um den Geldentzug zumindest ansatzweise auszugleichen. Ohne dieses Wachstum würde die Realwirtschaft schlichtweg austrocknen, während sich der Finanzsektor trotzdem immer weiter aufbläht und sprichwörtliche Investitionsblasen bildet. Dies erklärt die hohen Gehälter von Hedgefond Managern, Investmentbankern, Aktienanalysten, ..etc während gleichzeitig das Geld mehr und mehr in der Realwirtschaft fehlt und die Armut bei den unteren 80% der Bevölkerung ansteigt.

 

Es wurde also durch die Staatsverschuldung ein Problem erschaffen welches durch jede neue SPD oder CDU Regierung verschlimmert wurde, weil das Problem einfach auf die nachfolgende Regierung übertragen wurde, während auch diese weiter Schulden machte. Klägliche Versuche dies zu stoppen wie die Maastricht Grenze welche 1996 in Dublin vereinbart wurde mussten in diesem System scheitern, denn mit weniger Verschuldung ist auch weniger Geld im Umlauf und es entstehen Finanzkrisen weil die Zinsen aufgrund von Geldmangel nicht bedient werden können. Das Problem hierbei ist die fehlende Verantwortbarkeit und die damit verbundene Kurzsichtigkeit und Inkompetenz in der amtierenden Politik die Kernprobleme des existierenden Systems zu erkennen und ein neues Geldsystem zu fordern. Sie erkennen oftmals nicht dass endloses Wirtschaftswachstum nicht die Lösung des Problems ist sondern nur eine sehr teure Herauszögerung darstellt und glauben dass ihr Ziel Wirtschaftswachstum auch heute noch dem Gemeinwohl dienen würde.

 

Heute ist aufgrund dessen an eine Rückzahlung der Schulden gar nicht mehr zu denken und die amtierende Politik versucht stattdessen zu einem immer höher werdenden Preis auf Kosten und Gesundheit der Bürger Zeit zu erkaufen. Dieser seit der Industrialisierung errichtete Druck auf die Wirtschaft jedes Jahr mehr Umsatz zu generieren um eine Insolvenz zu vermeiden war einst ein höchst effektiver Wachstumsmotor für die Wirtschaft und hat somit eine gute Produktivitätssteigerung erschaffen. Heute haben wir jedoch ein Level erreicht, in dem die anfänglichen positiven Auswirkung dieses endlosen Wachstumsszwangs ins Negative umschlägt. Der Schuldgeld-Kapitalismus hat seinen Nutzen überlebt. Bereits heute haben die wachstumspolitischen Maßnahmen welches den Zusammenbruch des Schuldgeld-Systems weiter hinauszögert und auf ungleicher Reichtumsverteilung basiert dramatische Folgen für die Lebensqualität der Bevölkerung.

Gründe für die weltweite Reichtumsungleichheit


Die Probleme des Geldsystems, sind nicht nur national, sondern auch international zwischen ganzen Völkern real und werden durch Institutionen wie Internationaler Währungsfond und Weltbank durchgesetzt.

There are two ways to conquer and enslave a nation. One is by the sword. The other is by debt. - John Adams (1735-1826)

Sowohl IWF als auch Weltbank sind Musterbeispiele für statistische, abwärtsstrukturierte Wirtschaftsplanung, die außer Kontrolle geraten ist und großen Schaden anrichtet. Beide Institutionen zeigen nicht nur das Versagen von zentraler Planung und geleiteter Entwicklung, sondern auch wie einfach vielseitige Institutionen von ihrem anfänglich gutem Kurs der Hilfe für arme Ländern abgebracht werden können um letztlich nur den Finanzinteressen von multinationalen Konzernen zu dienen.

Nachdem den ärmsten Ländern der Welt für Jahrzehnte Ratschläge, Darlehen und Subventionen bereit gestellt wurden, zeigt sich dass all diese Anstrengungen nicht dazu geführt haben, dass sich die Lebensstandards und die Wirtschaftsaussichten dieser Nationen, welche Entwicklungshilfe von Seiten des IWF und der Weltbank beansprucht haben verbesserten. Es hat sich herausgestellt dass Entwicklungshilfe nicht Hilfe zur Selbsthilfe ist, sondern den Entwicklungsprozess vielmehr behindert.

 

Anstelle mit Wachstum hat die so genannte dritte Welt Erfahrungen mit sozialer Isolierung, wirtschaftlicher Stagnation, Schuldenkrisen, Kreditabhängigkeit und in einigen Regionen sogar Rückgang in der agrarwirtschaftlichen Produktion sowie Volkseinkommen bzw. Bruttoinlandsprodukt gemacht. Selbst wenn der Augenmerk nur auf den erklärten Aufgaben und politischen Zielen von IWF und Weltbank liegt, sind beide also kläglich an diesen Zielen gescheitert. Beide Institutionen haben seit Anfang der 50er Jahre hunderte Milliarden US-Dollar an Entwicklungsländer verliehen. Diese Währungsdarlehen haben tatsächlich aber den kreditnehmenden Ländern in der dritten Welt nur geschadet und die Voraussetzung für wirtschaftliche Verbesserung reduziert.

Anstelle den Handel und ein konstantes Wirtschaftswachstum zu fördern, ermutigen IWF und Weltbank stattdessen verschwenderische Staatsausgaben und politische Korruption, Spekulation und törichtes Verhalten auf globaler Ebene. Darlehen wie von diesen und andere multilateralen Institutionen haben die Bürger der Kreditnehmerländer in großen finanziellen Schulden zurück gelassen und als Folge daraus ihre wirtschaftliche Zukunft zerstört.

 

Was sind eigentlich die fundamentalen Ziele der Weltbank, welche diese Art von Wirtschaft den so genannten Entwicklungsländern aufzwingt? Wie definiert die Weltbank gesellschaftliche Gesundheit und wirtschaftlichen Erfolg? Millionen Hungertote jährlich zeigen auf, warum die Weltbank so schädlich ist. Die utopische Illusion der 'nachhaltigen Entwicklungshilfe', einst aufgetreten als die primäre Rolle der multilateralen Behörden, wurde ersetzt durch einen anhaltenden Einsatz den Konkurs der größten Schuldennationen herauszuzögern, ganz nach dem gleichen Prinzip wie die Griechenland "Rettung". Eingerichtet um ein festes Wechselskurssystem zu überwachen, was seit langem nicht mehr existiert, ist der IWF eine Government-to-Government Wohlfahrtsorganisation geworden, die den Reichtum in ihre eigene Richtung lenkt und gleichzeitig daran scheitert Marktreformen zu begünstigen.

Anstelle Nationen dabei zu helfen Reichtum und Wohlstand aufzubauen, fördern IWF und Weltbank indirekt die Korruption von brutalen herrschenden Eliten in Entwicklungsländern. In vielen Fällen sind multilaterale Institutionen dafür zuständig Kredite an Länder, die mit der amerikanischen Industrie im Wettbewerb stehen und oft konträr gehen mit amerikanischen geopolitischen Interessen zu vergeben. Doch wie ist die Vorgehensweise dieser destruktiven kreditbasierten Geopolitik? Üblich ist, dass der IWF und die Weltbank Währungsdarlehen vergeben, welche für eine Art von 'Projekt' ausgeschrieben werden, tatsächlich aber benutzt werden um den Import von Konsumgütern oder die Pension von korrupten Regierungsmitarbeitern zu finanzieren. Sobald die Finanzmittel aufgebraucht sind, verbleibt nur noch die regionale Wirtschaft, welche die Last der Auslandsschuld tragen muss.

 

Desweiteren spielt die Erweiterung der Finanzhilfen durch multilaterale Organisationen in Ländern wie Russland, Argentinien und Mexico hauptsächlich eher eine politische, als eine wirtschaftliche Rolle. Kredite durch IWF und Weltbank unterstützen verschwenderische Regierungen und schützen ihre Kunden anschließend vor dem Zorn der leidtragenden Bürger. Glaubt wirklich irgendjemand dass sowohl Ernesto Zedillo in Mexico oder auch Carlos Menem in Argentinien eine so lange Zeit im Amt gewesen wären, wenn diese nicht unter teilweisen Schutz des IWF gestehen hätten? Genauso aber wie Demokratie ein notwendiger Bestandteil des freien Marktes ist, genauso ist es wichtig dass ein schlecht wirtschaftender Staat in dem die Regierung eine schlechte Wirtschaftspolitik betreibt bankrott gehen muss. Wenn dies nicht der Fall ist, kann eine verschwenderisch handelnde Regierung nicht zur Rechenschaft gezogen werden und es existiert aus dieser Folge heraus keine Regierung mehr die im nachhaltigen Interesse ihres Volkes entscheidet.

Die gewöhnliche Tätigkeit des IWF und der Weltbank neue Kredite an schlecht wirtschaftende, verschuldete Länder zu vergeben erschafft eine verantwortungslose und destruktive Wirtschaftspolitik, weil der normale Anreiz für Investoren die Regierung zu 'beaufsichtigen' ausgeschaltet wird. Diese falschen Anreize beeinträchtigen die Kreditqualität und die Steuerzahler der Industrienationen - die ultimativen Bürgen - müssen im Notfall dafür gerade stehen. Kredite der Weltbank sind keine wirklichen Darlehen, sondern eine spezielle Form von Auslandshilfe, welche auf privater Verschuldung basiert. Die Banken, welche in Kapital ausgezahlt werden erhalten nur einen kleinen Teil der gesamten Kreditmenge und garantieren normalerweise höchstens ca. 10 Prozent der Gesamtbestände, während der Rest durch private Verbindlichkeiten in US-Dollar und anderen Währungen abgewickelt werden. Die Bilanzsituation verschlechtert sich zunehmend, während Mitgliedsstaaten der Weltbank gezwungen werden neues Kapital einzuzahlen und die Verantwortung für viel größere Kapitalzuschüsse in Zukunft zu übernehmen um die existierenden Kreditforderungen nicht abschreiben zu müssen.

 

Nur wenn die Weltbank weiter Kredite und Garantien (welche unwirtschaftliches Handeln unterstützten) erschafft, werden ihre Klienten die Zinszahlungen weiter leisten können. Dies ist ein destruktiver Teufelskreis in dem die Weltbank gefangener ihrer Klienten und umgekehrt ist. Das vielleicht beste Beispiel für die fehlerhafte, autoritäre, neoliberale Weltansichten, welche durch IWF und Weltbank repräsentiert werden sind die Erfahrungen in Mexico. Im Zusammenhang mit den außergewöhnlich hohen Darlehen beider Institutionen aufgrund des Zusammenbruchs des Peso im Dezember 1994, wurde Mexico der größte Kreditnehmer beider Institutionen und mit einer Gesamtauslandsschuld, sowohl öffentlich als auch privat, welche die 170 Billionen US-Dollarmarke Ende 1995 erreichte. Mit einem Netto Handelsplus von 2-3$ Billionen, würde Mexico 25-30$ Billionen an Darlehen nur für die Zinsrückzahlungen, welche sich im Bereich von 15-20% befinden und somit unter den höchsten der Welt sind) aufnehmen müssen. Es ist offensichtlich, dass für Mexico aufgrund dessen kein Kapital mehr für die Finanzierung der eigenen Industrie und Sozialausgaben verbleibt

Was hat Mexico von den Billonendarlehen durch den IWF und die Weltbank wirklich genützt? Welche Einkommenssteigernden Posten oder welche neuen Industrien wurden aufgebaut? Woher kommt das US-Dollar Einkommen, welches notwendig ist um die hohen Darlehen inklusive Zinsen zurückzuzahlen? Die traurige Antwort ist, dass diese Darlehen keinerlei produktive Bestände, Fabriken oder andere Einkommensquellen erschaffen haben, durch die auch nur ansatzweise eine Rückzahlung der Darlehen möglich wäre. Die US-Dollar Einkünfte aus den Darlehen waren bereits seit langem weg und alles was verblieb waren einige wenige minderwertige öffentliche Infrastrukturprojekte und Berge an Verschuldung.

 

Ein Bericht von 1994 durch die Banken legt offen, dass mehr als 30% aller Projekte dort nie fertiggestellt wurden und dass das Armutslevel sowie die wirtschaftliche Situation seit dem Beginn der Kreditvergabe durch die Weltbank vor einem halben Jahrhundert sogar verschlechtert hat. Hat dieses Geld den meisten Mexikanern geholfen? Ganz sicher nicht. Die Kredite wurden genutzt um sich in den ausländischen Markt einzumischen und um Staatsanleihen zu kaufen. Das Ergebnis davon ist, dass Mexicos Schulden sich vergrößert haben, während ausländische Anleihenbesitzer vor einigen Verlusten geschont wurden. Mexikos Schuldensituation ist so ernst, dass Citicorp Chairman John Reed einer Audienz in Mexico City im August mitteilte dass das Land vermutlich gezwungen werden wird neue Restrukturierungsgespräche bezogen auf ihre Auslandsschuld aufzunehmen. Während diese Projekte Flüsse trocken legen, Waldgebiete abroden oder Seen verschmutzen profitiert neben den US Konzernen und den korrupten Regierungsmitgliedern nur eine kleine Oberschicht an der Umsetzung dieser Baumaßnahmen. Während diese Großbauprojekte also Profit für die US Industrie erbringen, müssen die Steuerzahler der verschuldeten Staaten jährlich erhebliche Zinsaufwendungen an die Weltbank leisten. Dies lässt schließlich keinen finanziellen Spielraum mehr für Bildung oder Gesundheitswesen und das Volk verarmt zunehmend.

 

Beispiel Ecuador: In den 60er veranlasste die Weltbank hohe Kreditzahlungen an Eucador. Von 1960 bis 1998 stieg die Armut um 20% an und die Arbeitslosigkeit um 55%. Staatsverschuldung stieg von 240 Millionen auf 16 Billionen und der Ressourcenbesitz der Armen reduzierte sich um 14%. Im Jahr 2000 musste 50% des Budgets der ecuadorischen Regierung für die Rückzahlung von Krediten und dessen Zinsen aufgebracht werden.